DFL-Boss feiert Jubiläum
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Zehn Jahre Seifert, zehn Jahre Rekord

Von der Musik zum Fußball

Von Jan Mies

Frankfurt/Main, 30. Januar (SID) – Am Sonntag feiert Christian Seifert sein zehnjähriges Dienstjubiläum bei der DFL. Der Top-Manager sorgte für dreistellige Millionen-Einnahmen für die Fußball-Klubs – die in Zukunft noch weiter steigen sollen.

DFL-Chef beschert Profiklubs Milliarden

Als junger Fußballfan dachte Christian Seifert relativ unkonventionell. “Weil es bei uns in Rastatt keine Fahnen von Borussia Mönchengladbach gab, habe ich mir damals ein Gladbach-Badehandtuch aus dem Otto-Katalog bestellt, an einen Besenstiel getackert und aus dem Fenster gehalten”, erzählte der heutige Top-Manager der Deutschen Fußball Liga (DFL) mal dem Fachmagazin 11Freunde. Inzwischen beschert die Denkweise des 45-Jährigen den deutschen Profiklubs Milliarden.

Als Seifert, der am Sonntag (1. Februar) sein zehnjähriges Dienstjubiläum feiert, bei der DFL einstieg, ging es vergleichsweise um “Peanuts”. Rund 1,3 Milliarden Euro generierte das Aushängeschild Bundesliga. Das war schon viel Geld – aber mit dem “Quereinsteiger” an der Spitze der Geschäftsführung (seit dem 1. Juli 2005) kletterte der Umsatz von Rekord zu Rekord. 2,45 Milliarden Euro waren es in der Saison 2013/2014. Ein Ende ist nicht abzusehen.

“Nicht auf alten Erfolgen ausruhen”

Zusammen mit der 2. Liga “werden wir (in der laufenden Saison, d. Red.) die drei Milliarden definitiv erreichen”, prognostizierte Seifert, der aber unaufhörlich den Mahner gibt, sich bloß nicht auf alten Erfolgen auszuruhen. “Es wird mittel- bis langfristig maximal drei Ligen geben, denen die Fans weltweit folgen”, sagte der frühere Vorstandsvorsitzende der KarstadtQuelle New Media AG. Gehört die Bundesliga in Zukunft zu diesen “Global Playern”, ist das auch Seiferts Verdienst.

“Mit seinen unstreitigen Qualitäten hat er die DFL seit seinem Eintritt in die Geschäftsführung konsequent weiterentwickelt”, sagte Ligapräsident Reinhard Rauball als der Vertrag mit dem “Macher” bis 2017 verlängert wurde. Kurz zuvor hatte dieser einen Rekordvertrag für die Bundesligarechte verhandelt. Im April 2016 soll die nächste Rechte-Auktion durchgeführt werden – es geht es um noch mehr Geld. Natürlich.

Seifert selten in der Öffentlichkeit präsent

Bei den Verhandlungen mit den Medien-Bossen hilft dem früheren Marketing-Direktor des Musiksenders MTV wohl auch die eigene Vergangenheit. “Auf den zweiten Blick haben Musik und der Fußball durchaus Ähnlichkeiten”, sagte er: “Vor allem bewegt man sich hier wie dort in hoch emotionalen Umfeldern. Ich habe bei MTV so manchen Label-Manager erlebt, der den Tränen nahe war, weil der Star, den er zu betreuen hatte, ausflippte, plötzlich Stimmen hörte oder der Meinung war, sich für ein paar Jahre nach Indien zurückziehen zu müssen.”

In der ganz großen Öffentlichkeit ist der Strippenzieher dennoch eher selten zu sehen. Für so manch traditionellen Fan in der Kurve ist der DFL-Boss deshalb zu sehr Wirtschaftsmensch, vielleicht ein wenig unnahbar. Als es während der großen Sicherheitsdiskussion um Ultras und Emotionen ging, war für die Fans vor allem der frühere Bundesliga-Manager Andreas Rettig, der die DFL aber am 30. Juni wieder verlässt, der Ansprechpartner. Seifert agierte eher auf der (sport-)politischen Ebene.

Gefragter Mann beim Thema “Internationaler Fußball”

Geht es aber um den internationalen Fußball, um Themen wie die Ungleichheit in den europäischen Wettbewerben oder die tiefe Krise des Weltverbandes FIFA, ist Seifert ein gefragter Mann. Vor Jahren hatte er angeblich mal Bayern München abgesagt, der deutsche Rekordmeister wollte ihn als Finanzvorstand verpflichten. Seiferts Wort hat Gewicht und das Netzwerk des 45-Jährigen wäre schwer zu ersetzen. Vor allem, wenn die Rekorde weiter so gebrochen werden wie bisher.

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