Fußball Lexikon

Bundesliga

Im Jahr 1963 hielt der DFB den allerersten Spieltag der Bundesliga ab. Die Mannschaft, die am letzten Spieltag am häufigsten auf Platz 1 der Tabelle stand, ist der FC Bayern München mit 23 Titeln. Der 1. FC Nürnberg belegte 8 Mal am letzten Spieltag einen Abstiegsplatz und hält damit diesen Rekord. Der Hamburger SV ist die einzige Mannschaft, die seit 1963 in allen Spielen der Bundesliga Fußball gespielt hat. Die meisten Spiele als Spieler machte Karl-Heinz Körbel, der für seine Mannschaft Eintracht Frankfurt 602 Spiele absolviert hat. Gerd Müller erzielte mit 365 Treffern (für die er nur 427 Spiele benötigte) die meisten Tore. Im Jahr 1974 installierte der DFB die 2. Bundesliga als Unterbau der deutschen Oberklasse im Fußball. Mit 28 Saisons ist Alemannia Aachen die Mannschaft mit den meisten Spielzeiten in der 2. Bundesliga. Der ewige Rekordspieler ist Willi Landgraf, der für diverse Vereine 508 Spiele absolvierte, Dieter Schatzschneider schoss mit 153 die meisten Tore.

Eine einheitliche deutsche Liga

Bevor der DFB im Jahr 1963 die Spiele vom ersten Spieltag der Bundesliga spielen ließ, bestand das oberste deutsche Ligasystem im Fußball aus 5 regionalen Wettbewerben, in denen die teilnehmenden Vereine jeweils ihren Meister ausspielten. In einem komplizierten System ermittelte der DFB anschließend den Deutschen Meister im Fußball. Mit der Bundesliga beschloss der DFB einen Wettbewerb, in der die Mannschaft, die am letzten Spieltag auf Platz 1 der Tabelle steht, den Deutschen Meister darstellt.

Die Geschichte der 1. Bundesliga

Aus den besagten 5 regionalen Ligen wählte der DFB 16 Vereine aus, die vom ersten Spieltag der Premierensaison 1963/1964 an in der Bundesliga Fußball spielen sollten. Am 24. August 1963 fanden die Spiele des ersten Spieltags statt, bereits nach einer Minute schoss der Dortmunder Timo Konietzka gegen Werder Bremen das erste Tor der Bundesliga. Am letzten Spieltag, als pro Mannschaft 30 Spiele absolviert waren, stand der 1. FC Köln an der Spitze der Tabelle und wurde erster Bundesliga-Meister des DFB. Vor dem ersten Spieltag der Saison 1965/1966 wurde die Liga auf 18 Vereine erweitert, seither absolviert jede Mannschaft pro Saison 34 Spiele. Ihre bisher größte Krise erlebte die Liga von 1971 an, als der DFB einen weitreichenden Manipulationsskandal aufgedeckte. Mehrere Vereine waren gezwungen, Spiele aufgrund von Bestechungen zu verschieben. In der Folgezeit besuchten weniger Zuschauer die Spiele, erst mit dem deutschen WM-Titel 1974 gelang dem Fußball in der Liga der Aufschwung. Nach der Wiedervereinigung schlossen sich 1991 die Vereine der DDR dem DFB an, und in der Bundesliga spielten vom 1. Spieltag der Saison 1991/1992 an 20 Vereine Fußball. Vier Mannschaften stiegen am letzten Spieltag ab, wodurch in der nachfolgenden Spielzeit die Anzahl der Vereine wieder bei 18 lag. Einen neuerlichen Boom erlebte der Fußball in der Bundesliga durch die vom DFB organisierte Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Die Geschichte der 2. Bundesliga

Die 5 regionalen Ligen des DFB, deren Vereine vor Gründung der Bundesliga den Deutschen Meister ermittelten, bildeten ab dem 1. Spieltag der Saison 1963/1964 den Unterbau der höchsten Spielklasse. Die am letzten Spieltag bestplatzierten Vereine trugen Spiele in einer Aufstiegsrunde aus und ermittelten, wer am kommenden 1. Spieltag in der Bundesliga Fußball spielen durfte. Als Reaktion auf den Skandal im Jahr 1971 beschloss der DFB, die Lücke der professionellen Vereine zu den Amateuren zu schließen. Der 1. Spieltag der Saison 1974/1975 war der erste in der 2. Bundesliga, der in Form einer Nord- und einer Südstaffel mit jeweils 20 Mannschaften ausgetragen wurde. Zum 1. Spieltag der Saison 1981/1982 reduzierte der DFB die 2. Liga auf eine Staffel mit 20 Vereinen. Weil nach der Wiedervereinigung auch 6 Vereine aus der DDR an der 2. Bundesliga teilnehmen sollten, organisierte der DFB diese ab dem 1. Spieltag der Saison 1991/1992 um: Die Mannschaften wurden in eine Nord- und eine Südgruppe mit je 12 Teilnehmern aufgeteilt. Nach der regulären Saison mit 22 Spieltagen, in der die Vereine jeder Gruppe gegeneinander spielten, fielen die Entscheidungen über Auf- und Abstieg in der anschließenden Meister- und der Abstiegsrunde, die nochmals aus je 10 Spielen pro Mannschaft bestanden. In der darauffolgenden Saison spielten 24 Mannschaften in der 2. Bundesliga, was 46 Spieltage zur Folge hatte. Am Ende der Spielzeit stiegen 7 Vereine ab, um zur Saison 1993/1994 wieder auf 20 Vereine zu kommen. Vom 1. Spieltag der Saison 1994/1995 an sind in der 2. Bundesliga 18 Vereine vertreten, seit 2009 wird der besten Mannschaft der 2. Liga am letzten Spieltag eine Trophäe verliehen.

So ist die Bundesliga organisiert

Jeder Spieltag der 1. und der 2. Bundesliga wurde bis 2001 vom DFB selbst organisiert. Anschließend gründeten die 36 Vereine der beiden Ligen und der DFB den Fußball-Verband “Die Liga”. Dessen Tochter, die “Deutsche Fußball Liga GmbH”, kurz DFL, setzt die Spiele der 1. und der 2. Bundesliga an, gibt jeder Mannschaft ihre Lizenz, vermarktet den Fußball der beiden Wettbewerbe und vertritt sie und ihre Spiele gegenüber Medien und Öffentlichkeit. Die Mannschaften, die in der Bundesliga vertreten sind, können sich – eine entsprechende Platzierung am letzten Spieltag vorausgesetzt – für europäische Spiele qualifizieren. In der so genannten Fünf-Jahres-Wertung der UEFA liegt der DFB derzeit hinter Spanien und England auf Platz 3. Das bedeutet, dass der DFB den Meister und die am letzten Spieltag zweitplatzierte Mannschaft an der Champions League teilnehmen lassen kann. Die Vereine, die am letzten Spieltag auf den Plätzen 3 und 4 stehen, können über die Spiele der Qualifikation ebenfalls die europäische Königsklasse erreichen. Die Vereine, die am letzten Spieltag die Plätze 5 und 6 in der Bundesliga belegen, sind für die Spiele der Europa League qualifiziert. Der Stellenwert der Bundesliga ist enorm hoch, da die Vereine sehr intelligent wirtschaften, sich selten verschulden und dennoch attraktiven Fußball spielen. Zudem sind die Eintrittspreise für die Spiele moderat und die Stimmung in den Stadien unvergleichlich. Nicht selten reisen Fans aus dem Ausland für Spiele an, um in der Bundesliga deutschen Fußball live zu erleben.

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