Fußball Lexikon

Der DFB – Hintergründe, Personen & Projekte

Der Deutsche Fußball-Bund, kurz DFB, hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Unter seinem Dach sind fünf Regional- und 21 Landesverbände organisiert, in denen 25.000 Vereine Fußball spielen. Das bedeutet, dass er mit über 6,8 Millionen Mitgliedern der größte nationale Sportverband der Welt ist.

Eine kurze Geschichte des DFB

Der Deutsche Fußball-Bund wurde am 28. Januar 1900 in Leipzig gegründet. Im Mai 1904 trat er der FIFA, dem Weltverband im Fußball, bei. Im Juli 1940, zur Zeit des Nationalsozialismus, wurde der DFB aufgelöst, nach dem Zweiten Weltkrieg verbot die FIFA seinen Mitgliedern zudem, sportliche Beziehungen zum deutschen Fußball zu haben. Am 21. Januar 1950 wurde der DFB in Stuttgart neu gegründet, schon im Mai 1949 hatte die FIFA das Spielverbot gegen Deutschland aufgehoben. Bei der Weltmeisterschaft 1954 holte die deutsche Nationalmannschaft erstmals den Titel, dies wiederholte sie in den Jahren 1974, 1990 und 2014. Im Juli 1962 beschloss der DFB die Gründung der Bundesliga, mit der Saison 1963/1964 begannen die Vereine, in der neuen deutschen Oberklasse Fußball zu spielen. Im Sommer 1974 fand die Weltmeisterschaft in Deutschland statt, auch 2006 organisierte der DFB das Turnier. Nicht zuletzt die WM 2006 und das damit verbundene „Sommermärchen“ sorgten für einen regelrechten Boom des Fußballs in der Bundesliga und der deutschen Nationalmannschaft.

Die Präsidenten des DFB

Der erste Präsident des DFB war der Bakteriologe Ferdinand Hueppe, der bei der Gründungsversammlung des Fußballbunds als Vorsitzender des DFC Prag anwesend war. Sein Nachfolger wurde 1904 Friedrich Wilhelm Nohe, der aufgrund seiner zusätzlichen Funktion als Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Fußball-Vereine nur bis 1905 Präsident des DFB blieb. Abgelöst wurde Nohe von Gottfried Hinze, der bis 1925 an der Spitze des Verbands blieb. Sein Nachfolger Felix Linnemann war bis zur Auflösung des Deutschen Fußball-Bunds im Jahr 1940 sein Präsident. Bei der Neugründung 1950 wurde Peco Bauwens DFB-Präsident. Zwischen 1962 und 1975, also auch in der Gründungszeit der Bundesliga, war Hermann Gösmann an der Spitze des Verbands, von 1975 bis 1992 war es Hermann Neuberger. In den Zeitraum seiner Präsidentschaft fiel auch die Eingliederung der ehemaligen DDR-Clubs in die Bundesliga, die 2. Liga und das gesamtdeutsche Fußball-System. Es folgten Egidius Braun, der bis 2001 Präsident blieb, und Gerhard Mayer-Vorfelder. Dieser bildete zwischen 2004 und 2006 eine Doppelspitze mit Theo Zwanziger, der seinerseits von 2006 bis 2012 alleiniger Präsident war. Abgelöst wurde Zwanziger im März 2012 vom derzeitigen Präsidenten Wolfgang Niersbach.

Die Organisation und die Stiftungen des DFB

Streng genommen hat der DFB nur sehr wenige Mitglieder: Neben den Ehrenmitgliedern des Verbands sind dies nur die 5 Regional- und die 21 Landesverbände. Dazu kommt der Ligaverband, der 2001 zur Vertretung der Interessen aller Mannschaften gegründet wurde, die in der Bundesliga und der 2. Liga spielen. Die Deutsche Fußball Liga, eine Tochtergesellschaft des Ligaverbands, organisiert den Ablauf der Spiele in der Bundesliga und der 2. Liga und vermarktet diese. Der DFB hat diverse Stiftungen gegründet, mit denen er gemeinnützige Arbeit leistet. Dazu zählen die DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger, die DFB-Stiftung Sepp Herberger und die DFB-Stiftung Egidius Braun. Zudem werden die Robert-Enke-Stiftung, die Fritz-Walter-Stiftung und die Bundesliga-Stiftung finanziell unterstützt.


TV-Spot der Bundesliga-Stiftung im Zuge ihrer Kooperation mit der Deutschen Sporthilfe. Mit dem Titel “Projections” fokussiert sich der Spot auf die 180 Athleten der Nachwuchselite-Förderung, die von der Bundesliga-Stiftung finanziell in ihrer sportlichen und beruflichen Entwicklung unterstützt werden.

Aktuelle Projekte des DFB

In Niederrad, einem Stadtteil von Frankfurt am Main, soll in den nächsten Jahren die DFB-Akademie entstehen. Das ist ein Leistungszentrum für sämtliche Nationalmannschaften Deutschlands, in dem außerdem Trainer und Schiedsrichter ausgebildet werden sollen. Am 12. November 2014 unterzeichnete der DFB einen Erbbauvertrag über die Nutzung des 150.000 Quadratmeter großen Gebiets der Galopprennbahn. Der Bau der Akademie soll im Jahr 2018 beendet sein und etwa 60 Millionen Euro kosten. Ende Juli ging außerdem die Online-Plattform fussball.de ans Netz. Darauf bietet der DFB Amateurclubs und deren Fans die Möglichkeit, miteinander zu interagieren und sich über ihre jeweilige Liga zu informieren. Nach nur 3 Monaten wurde die zur Webseite gehörende kostenlose App bereits mehr als eine Million Mal heruntergeladen. Es kamen jedoch auch im Zusammenhang mit fussball.de diverse Stimmen auf, die sich kritisch über die zunehmende Kommerzialisierung des DFB äußerten. Nachdem Bundesliga und Nationalmannschaft zu gut geölten Geldmaschinen geworden sind und auch die 2. und die 3. Liga stetig Anhänger gewinnen, wagt der DFB nun den Vorstoß, auch von den Amateurklassen finanziell zu profitieren. Die Frage ist nur: Wie viel Vermarktung verträgt der Fußball?

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