Fußball Lexikon

DFL

Die Deutsche Fußball Liga, kurz DFL, existiert seit 2001 und hat wie der DFB ihren Sitz in Frankfurt am Main. Sie ist als GmbH eine hundertprozentige Tochter des eingetragenen Vereins Die Liga – Fußballverband und Mitglied des DFB. An der Spitze der DFL stehen der Vorsitzende der Geschäftsführung sowie der Geschäftsführer von Spielbetrieb und Lizensierung. Außerdem gehört der DFL ein Aufsichtsrat an, der aus einem Vorsitzenden, seinem Stellvertreter sowie 4 weiteren Mitgliedern besteht.

Die Geschichte der DFL

Am 18. Dezember 2000 gliederten sich die 36 Vereine der Bundesliga und der 2. Liga aus dem DFB aus und gründeten den Ligaverband. Dieser gab zugleich das operative Geschäft an die Deutsche Fußball Liga ab. Diese ist seit dem 28. April 2001 Mitglied des DFB, seit der Saison 2001/2002 organisiert die DFL an Stelle des DFB die Spiele der Bundesliga und der 2. Liga. Der Aufsichtsratsvorsitzende der DFL ist zugleich der Präsident des Ligaverbands, sein Stellvertreter übt zudem die Tätigkeit als Vizepräsident des Ligaverbands aus. Der erste Aufsichtsratsvorsitzende der DFL war Werner Hackmann, der das Amt bis 2007 ausübte. Daneben war Hackmann Vizepräsident des DFB und vorrangig damit beschäftigt, die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Fußball Liga und dem DFB in geregelte Bahnen zu lenken. Nach Hackmanns Tod im Januar 2007 stand sein Stellvertreter Wolfgang Holzhäuser interimistisch an der Spitze der DFL. Seit August 2007 ist Reinhard Rauball Präsident des Ligaverbands und somit auch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga. Sein Stellvertreter ist Peter Peters. Ebenfalls seit 2007 fungiert Christian Seifert als Vorsitzender der Geschäftsführung der DFL, im Jahr 2013 wurde Andreas Rettig zum Geschäftsführer von Spielbetrieb und Lizensierung.

DFL - Die Deutsche Fußball Liga (Fußball Lexikon) © Tsyhun

DFL – Die Deutsche Fußball Liga © Tsyhun / Shutterstock.com

Die Aufgaben der DFL

Organisatorisch ist die Deutsche Fußball Liga in drei Tätigkeitsbereiche eingeteilt. Unter Spielbetrieb ist die Organisation der Spiele in der Bundesliga und der 2. Liga zu verstehen. Unter Lizensierung fällt die Vergabe der Rechte an die Vereine der Bundesliga und der 2. Liga, in diesen Wettbewerben Fußball spielen zu dürfen. Dabei beurteilt die DFL unter anderem, ob die Vereine finanziell und infrastrukturell in der Lage sind, am Spielbetrieb der Bundesliga oder der 2. Liga teilzunehmen. Dafür muss jeder Verein Geldmittel nachweisen, die sicherstellen, dass er bis zum Ende der betreffenden Saison liquide bleiben kann. Die dritte Geschäftssäule der DFL ist die Vermarktung. Dabei verkauft die Deutsche Fußball Liga die Rechte an der Übertragung von Spielen der 1. und der 2. Bundesliga an Fernseh- und Radiosender sowie an Medienpartner, die Fußball im Internet zeigen.

Die finanzielle Situation der DFL

Die Bundesliga hat in der Spielzeit 2012/2013 mehr als 2,1 Milliarden Euro umgesetzt. Somit hat sich der Umsatz der Liga innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt. Die Bundesliga ist europaweit die Liga mit dem zweithöchsten Umsatz. Nach Steuern lag der Gewinn der Bundesliga in besagter Saison bei über 62 Millionen Euro. Auch in der 2. Bundesliga steigen die Umsätze stetig an. In der Saison 2012/2013 lagen sie bei fast 420 Millionen Euro. Allerdings machte die Liga einen Verlust von fast 17 Millionen Euro. Mit einem gesamten Gewinn von fast 46 Millionen Euro fuhr die DFL das beste Ergebnis seit 4 Jahren ein. Zudem ist offensichtlich, dass die Werte der 1. und 2. Bundesliga vor allem von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland profitiert haben.

Die zunehmende Kommerzialisierung der DFL

Angesichts der Gewinne, die die DFL seit Jahren vor allem mit der Bundesliga macht, sorgt ein Streit für Aufsehen, den sie derzeit mit der Bremer Bürgerschaft austrägt. Diese ist nämlich nicht mehr gewillt, für die Kosten für Polizeieinsätze in so genannten Problemspielen aufzukommen. Die DFL hingegen kündigte rechtliche Schritte an, sollte Bremen ihr besagte Ausgaben in Rechnung stellen. Und eine weitere Angelegenheit der DFL ist derzeit in den Schlagzeilen: die Aufweichung der 50+1-Regel. Sie ist in den Statuten der DFL festgeschrieben und besagt, dass Wirtschaftsunternehmen nicht die Stimmenmehrheit in den Kapitalgesellschaften, die von Vereinen der Bundesliga und der 2. Liga ausgegliedert wurden, halten dürfen. Die DFL will mit der Regelung verhindern, dass ihre Vereine durch Unternehmen fremdgelenkt werden. Ausnahmen bilden jedoch Vereine, die bereits seit dem Jahr 1979 erheblich von einem Unternehmen gefördert werden. Bislang gilt die Ausnahmeregel nur für Bayer Leverkusen und den VfL Wolfsburg, weil dort Bayer und Volkswagen seit langer Zeit beteiligt sind. In anderen Fällen wie der Zusammenarbeit von Hannover 96 und Kind Hörgeräte, der Firma des Vereinspräsidenten Martin Kind, könnte die 50+1-Regel auch demnächst unwirksam werden.

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