Wo sich Leidenschaft und Berufung begegnen, …
Anpfiff ins Leben e. V. - Jugendförderzentrum Walldorf - v. l. n. r. Simone Born, Marcus Zegowitz, Stefanie Kunzelnick, Evelyn Astor-Hack
Share with your friends









Submit

 … da entstehen Räume für das Außergewöhnliche. „Anpfiff ins Leben“ ist ein solcher Raum!

Meine Kollegen Emmylou, Susanne und Pierre kommen dieser Tage ganz schön rum. Unzählige Gespräche mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus und rund um den Fußball. Sie treffen sich mit vielen ganz besonderen Menschen, die für etwas stehen, die etwas bewegen und verändern wollen. Auf ihren langen Reisen suchen die drei nach dem Besonderen – nach den Menschen, die die Welt mit ihrem Engagement und mit Hilfe des Fußballs ein Stückchen besser machen wollen. Sie suchen nach außergewöhnlichen Geschichten und treffen dabei immer wieder auf Experten, mit denen sie stundenlang über die gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Verantwortung des Fußballs ob seiner Strahlkraft und Popularität fachsimpeln.

Und stets kommen sie nach ihren langen Tagen mit vielfältigen Eindrücken, neuen Themen und besonderen Geschichten zurück. Und dann gibt es da diese ganz besonderen Momente, diese, wenn sie von dem, was sie gehört, gesehen und erlebt haben, so eingenommen sind, dass sie regelrecht in Schwärmerei verfallen.

So wie letzten Dienstag, als Emmylou und Pierre zu Gast bei dem Jugendförderverein „Anpfiff ins Leben e. V.“ waren. Sie trafen sich mit Stefanie Kunzelnick, verantwortlich für Marketing, Kommunikation und Fundraising, Simone Born, Koordinatorin Beruf, Evelyn Astor-Hack, Öffentlichkeitsarbeit und Marcus Zegowitz, Gesamtkoordinator Schule, Beruf & Soziales in der Geschäftsstelle in Walldorf. Sie konnten sich selbst ein Bild von dem einzigartigen Konzept der Jugendförderung machen, das Anton Nagl und Dietmar Hopp vor gut 14 Jahren ins Leben gerufen haben.

Ein besonderes Highlight war der Besuch des „Anpfiff ins Leben“-Frauenfußball-Förderzentrums in St. Leon-Rot, das Trainings- und Ausbildungsstätte der Frauen- und Juniorinnen-Mannschaften der TSG 1899 Hoffenheim ist. Dort trafen sie Ralf Zwanziger, Leiter des „Anpfiff ins Leben“-Frauenfußball-Förderzentrums und Sohn des ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger.

Hier ist ihr Bericht:

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Wie muss man sich das Jugendförderzentrum von „Anpfiff ins Leben“ in Walldorf vorstellen?

Emmylou Gollnick: Schon bei der Ankunft fällt einem das moderne, weitläufige Gelände des Zentrums ins Auge. Neben dem Hauptgebäude, gut erkennbar durch ein großes „Anpfiff ins Leben“-Schild am Eingang, gehören auch mehrere top gepflegte (Kunst)Rasenplätze dazu, auf denen ich gerne sofort losgekickt hätte. Im Hauptgebäude selbst befinden sich die Büros der Mitarbeiter, Besprechungsräume und natürlich die Räume für die Kinder und Jugendlichen, die das Zentrum nachmittags besuchen, um z.B. den angebotenen Nachhilfeunterricht in Anspruch zu nehmen. Alles sieht sehr hell und freundlich aus – selbst die Umkleidekabinen auf dem Sportgelände nebenan haben nix gemein mit den muffigen Kabinen, die ich von so manchem Fußballverein kenne.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Ist das Projekt auf diesen einen Standort beschränkt? Wie viele Menschen stehen hinter „Anpfiff ins Leben“?

Emmylou Gollnick: Nein, „Anpfiff ins Leben“ ist inzwischen auf acht Standorte in der Rhein-Neckar-Region verteilt, neben Walldorf gibt es z.B. auch Standorte in Mannheim und Heidelberg. Insgesamt sorgen etwa 400 Mitarbeiter für eine gelungene Vereinsarbeit – viele Ehrenamtler, Übungsleiter und Honorarkräfte sind als Trainer, Betreuer, Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter im Einsatz. 50 der 400 Mitarbeiter agieren festangestellt über die acht Förderzentren verteilt.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Welche Atmosphäre herrscht dort?

Pierre Schramm: Schon beim Betreten des Jugendförderzentrums ist man regelrecht von der Dynamik und der Leidenschaft der Mitarbeiter und der vielen jungen Sportler und Sportlerinnen ergriffen. Menschen, die einen freundlich willkommen heißen, fragen, ob und wie man helfen kann. Die Begrüßung durch Stefanie Kunzelnick und Ihre Kollegin Simone Born ist herzlich – man fühlt sich vom ersten Augenblick an wie bei Freunden. Rechts vom Eingang befindet sich ein großer Gemeinschaftsraum, in dem rd. 30 Kinder und Jugendliche aller Altersstufen zum Teil gemeinsam, aber auch individuell, mit einem der Nachhilfelehrer lernen. Was sofort auffällt: Das Lernen scheint hier allen viel Freude zu bereiten. Es wird gelacht, die Kinder helfen sich gegenseitig bei den Aufgaben und man spürt regelrecht die Energie, die von diesem Zusammensein her ausgeht. Der Umgang untereinander ist achtsam, aufmerksam, höflich und hilfsbereit. Die Großen kümmern sich um die Kleinen, geben Tipps. Als wir in den Raum kommen, herrscht für einen Augenblick Ruhe und die jungen Sportler begrüßen uns mit einem freundlichen „Hallo“. Dann wenden sie sich wieder ihren Aufgaben zu. Erst als wir die große Kamera rausholen, um ein paar Fotos zu schießen, richtet sich ihr Augenmerk wieder aus uns. Einige gehen in Pose, um sich von Ihrer besten Seite zu zeigen – das Auftreten vor der Kamera beherrschen sie schon perfekt – eben schon ganz Sportprofi-like.

Junge Sportler lernen gemeinsam für düe die Schule in lockerer Atmospähre mit viel Spaß. Die Großen helfen den Kleinen oder bekommen individuelle Nachhilfe.

Junge Sportler lernen gemeinsam für düe die Schule in lockerer Atmospähre mit viel Spaß. Die Großen helfen den Kleinen oder bekommen individuelle Nachhilfe.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Welche Maßnahmen und Bausteine umfasst das Jugendförderprogramm? Wie funktioniert die Integration von Schule und Sport ganz konkret in der Praxis und in wie weit werden die Eltern der geförderten Kinder/Jugendlichen miteinbezogen?

Emmylou Gollnick: Vorweg gesagt: Das Programm ist sehr, sehr vielseitig und ich kann hier gar nicht aufzählen, welche Förderung „Anpfiff ins Leben“ jedem einzelnen Jugendlichen (der bislang ca. 3200!) schon möglich gemacht hat oder gerade macht. Aber allgemein gesagt geht es bei „Anpfiff ins Leben“ darum, junge Sportler_innen gerade auch bei den Herausforderungen zu unterstützen, die sich ihnen außerhalb des Sports stellen. Da geht es los bei Nachhilfeangeboten durch qualifizierte Lehrer und weiter bis zur Hilfe bei der Ausbildungssuche. Dabei geht es aber nicht nur darum, diejenigen zu unterstützen, die auf dem Weg zu einer Karriere im Profisport sind. „Anpfiff ins Leben“ fördert auch die Kinder und Jugendlichen, die den Sport „nur“ als Freizeitbeschäftigung betreiben. Übrigens werden inzwischen nicht mehr nur junge Fußballerinnen unterstützt, auch Handball, Eishockey und Golf sind inzwischen Bestandteil der Förderung. Von der Arbeit von „Anpfiff ins Leben“ profitieren aber nicht nur einzelne Jugendliche eines Sportvereins. „Anpfiff ins Leben“ unterstützt kooperierende Vereine z.B. bei der Fortbildung ihrer Trainer oder stellt selber ausgebildete Trainer zur Verfügung. Ein weiterer wichtiger Baustein in der Arbeit von „Anpfiff ins Leben“ ist die `Soziale Kompetenz´. Die Jugendlichen sollen Vorurteile gegenüber Menschen, die „anders“ sind, abbauen, so dass Diskriminierung gar nicht erst zum Thema wird. Aus diesem Grund plant „Anpfiff ins Leben“ regelmäßig z.B. gemeinsame (sportliche) Aktivitäten von Jugendlichen mit und ohne Behinderung oder auch Besuche in Altenheimen.

Praktische Integration von Schule und Sport

Die Integration von Schule und Sport funktioniert in der Praxis deshalb so gut, weil die räumliche Nähe zwischen Schulbank und Trainingsplatz gegeben ist. Die Jugendlichen kommen nach der Schule ins jeweilige Förderzentrum (in das von ihrem Heimatort am nächsten gelegene) und nutzen dort z.B. die Hausaufgabenhilfe. Ein paar Stunden später finden sie sich dann auf dem Trainingsplatz wieder, der unmittelbar ans Förderzentrum anschließt. So wird den jungen Sportlerinnen und Sportlern (sowie deren Eltern) unnötiges Hin- und Herfahren und somit viel Stress erspart. Apropos Eltern: Die sollen natürlich in das Förderprogramm miteinbezogen werden durch Elternabende, individuelle Gespräche, gemeinsame Aktivitäten, etc. Dies wird von den meisten Eltern auch gut angenommen und die Arbeit des Vereins wird respektvoll anerkannt. Nur bei manchen Eltern, deren (sportlicher) Ehrgeiz größer zu sein scheint als der ihres Kindes, muss auch mal intensivere Überzeugungsarbeit geleistet werden bezüglich der Relevanz einer guten Schulbildung. Oft profitieren die Eltern auch ganz persönlich von den Angeboten von „Anpfiff ins Leben“: Eltern mit Migrationshintergrund erhalten etwa die Möglichkeit, Deutschkurse zu besuchen und werden somit selbst gefördert.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Klingt nach einem sehr durchdachten, aber auch aufwendigen und kostenintensiven Konzept. Wie sehr erkennt man darin die (finanzielle) Handschrift von Dietmar Hopp?

Pierre Schramm: Auf alle Fälle. Bei aller Leichtigkeit, die man im Jugendförderzentrum spürt – alles ist durch und durch professionell durchdacht und umgesetzt. Von der individuellen Förderung bis zur sportlichen Betreuung. Dennoch hat man nicht das Gefühl, in einer Kaderschmiede zu sein, sondern an einem Ort, an dem Sport, Schule, Beruf und Soziales optimal aufeinander abgestimmt ist. Das macht meines Erachtens auch das besondere an „Anpfiff ins Leben“ aus. Hier werden den jungen Sportlern nicht nur Werte, Wissen und sportliches Talent vermittelt, das Ganze geschieht auf eine außergewöhnlich ungezwungene Weise und dennoch auf höchstem qualitativen Niveau. Eine junge Fußballerin erklärte uns, dass sich das Lernen gar nicht wie lernen anfühle und wenn man mal zwischen Schule und Training eine Stunde zu überbrücken hätte, wäre es selbstverständlich, dass man diese hier im Jungendförderzentrum verbringe. Die gesamte Organisation dahinter – vom Shuttleservice bis zu den Berufsorientierungsgesprächen – alles ist bis ins kleinste Detail durchdacht und professionalisiert. Angesichts einer stets großen Zahl an jungen Sportlerinnen und Sportlern, die Mitglied in einem der Partnervereine von „Anpfiff ins Leben“ sind und sich somit in der Förderung befinden, muss das auch zwingend so sein.

“Zukunftsweisendes Jugendförderkonzept”

Dass so viel Einsatz auch seinen Preis hat, davon kann man ausgehen. In der Startphase war das finanzielle Engagement von Dietmar Hopp sicherlich eine enorme Erleichterung beim Gehen der ersten Schritte und Nehmen der ersten Hürden. Heute wird „Anpfiff ins Leben“ jedoch von mehr als 40 regionalen, zum Teil sehr großen Unternehmen vor Ort sowohl finanziell als auch in Form von Dienstleistungen, Kontakten und durch die Bereitstellung von Praktika- und Ausbildungsplätzen unterstützt. Zudem erfährt „Anpfiff ins Leben“ durch die Auszeichnung als innovatives und zukunftsweisendes Jugendförderkonzept finanzielle Unterstützung über den ESF-Fond der Europäischen Union.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Erzählt uns doch noch etwas mehr von den Menschen hinter dem Verein.

Pierre Schramm: Das Team um Anton Nagl lässt sich mit wenigen, einfachen Worten beschreiben: Großartig, authentisch, professionell und mit voller Leidenschaft bei der Sache. Jeder einzelne für sich und das Team als Ganzes. Selten trifft man solch eine Homogenität unter derart professionellen Spezialisten an. Jede Idee, jedes Projekt wird konsequent auf höchstem Niveau vorangetrieben und realisiert. Ein bezeichnendes Beispiel für die Professionalität ist das Projekt der Aufstiegshelfer-Initiative. Von der Idee bis zur Realisierung wurde jeder Schritt, jeder Partner, jedes Kommunikationsinstrument akribisch durchdacht, geplant und realisiert. Das Ergebnis: Eine in Deutschland einzigartige Initiative (die großes Potential hätte, in jeder Stadt und in jedem Wirtschaftsraum repliziert zu werden – auch im Ausland).

Es macht einfach Freude, Marcus Zegowitz zuzuhören, wenn er beschreibt, wie jeder Einzelne bestrebt ist, das Leben der vielen jungen Sportlerinnen und Sportler zu einem Besseren zu verändern. Wenn er einem die Einrichtungen des Jugendzentrums zeigt, zu denen er für jede Einzelne eine Geschichte parat hat, wie sie entstanden ist und welche Hürden auf dem Weg dahin zu nehmen waren – und wenn er voller Stolz das beeindruckende Trainingsgelände zeigt. „Bei uns fühlen sich die jungen Sportler einfach wohl. Das Jugendförderzentrum ist kein Muss, sondern ein Ort, an dem jeder Einzelne gerne ist und seine Zeit verbringt“.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Welchen Eindruck habt ihr von der Arbeit des Vereins?

Emmylou Gollnick: Einen durchweg positiven! Professionell, durchdacht, effektiv. Dieser Verein bewirkt wirklich etwas.

Pierre Schramm: Dem kann ich mich nur anschließen. Für mich ist das Konzept das Paradebeispiel wie Erfolg im Sport Hand in Hand mit Erfolgen in der Schule und im Beruf, und das gepaart mit sozialer Bildung und Vermittlung gesellschaftlicher Verantwortung, funktionieren kann. Und für unsere eigene Initiativenarbeit ein absolutes Vorbild.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Kann „Anpfiff ins Leben“ auch als Vorbild für ähnliche Initiativen außerhalb der Region, vielleicht sogar international, gelten?

Emmylou Gollnick: Absolut. Meiner Meinung nach werden solche Initiativen immer weiter an Bedeutung gewinnen (müssen). Und das eben nicht nur auf eine Region begrenzt, sondern möglichst international, da begabte Fußballerinnen weltweit immer früher den Sprung in den Profisport machen werden (Bsp. Martin Ödegaard, mit 15 Jahren Nationalspieler Norwegens) und so eine frühe Förderung der schulischen Ausbildung an Relevanz gewinnen wird.

Pierre Schramm: Auf jeden Fall. Wie schon erwähnt, für unsere eigene Initiativenarbeit die Benchmark, an der sich auch andere Initiativen messen lassen müssen und selbst messen sollten. Auch wenn diese vielleicht finanziell anders aufgestellt sind. Nimmt man einmal das großzügige Trainingsgelände und die gut ausgestatteten Räumlichkeiten des Förderzentrums weg, so bleibt „Anpfiff ins Leben“ immer noch das, was es ist – eine Gemeinschaft von Menschen, die für das, was sie tun, brennen und alles in ihrer Macht Stehende tun, um junge Sportler bei ihrem „Start ins Erwachsenenleben“ die beste Ausgangssituation zu ermöglichen. Mit Leidenschaft und Berufung entstehen hier Räume für das Außergewöhnliche – und das kann man mit Geld nicht kaufen.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Nach dem Besuch in Walldorf seid ihr dann noch nach St. Leon-Rot, der Trainings- und Ausbildungsstätte der Frauen- und Juniorinnen-Mannschaften der TSG 1899 Hoffenheim gefahren. Dort habt ihr den Leiter des „Anpfiff ins Leben“-Frauenfußball-Förderzentrums getroffen. Erzähl doch mal.

Emmylou Gollnick: Ralf Zwanziger ist ein sehr sympathischer, offenherziger Mensch, dem man beim ersten Gespräch sofort abnimmt, dass er voll und ganz hinter dem Frauenfußball und dessen Förderung bei der TGS 1899 Hoffenheim steht.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Emmy, Du spielst selbst in Kiel Fußball im Verein. Was hat Dich am „Anpfiff ins Leben“-Frauenfußball-Förderzentrum und an den Trainingsgegebenheiten, die Du dort vorgefunden hast, besonders beeindruckt?

Großzügiges Außengelände im Jugendförderzentrum St. Leon-Rot von Anpfiff ins Leben. Mit zwei vollwertigen Trainingsplätzen und viel Raum für Freizeitaktivitäten.

Großzügiges Außengelände im Jugendförderzentrum St. Leon-Rot von “Anpfiff ins Leben”. Mit zwei vollwertigen Trainingsplätzen und viel Raum für Freizeitaktivitäten.

Emmylou Gollnick: Der wirklich gute Zustand des gesamten Zentrums hat mich sehr beeindruckt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Frauenmannschaften oftmals eher belächelt werden und den Vereinen eher ein lästiges Anhängsel sind, als dass sie mit demselben Respekt behandelt werden wie die Männerteams. Dementsprechend müssen sie sich oft mit dem B-Platz begnügen, kleineren Kabinen, etc. Von alledem ist im Frauenfußball-Förderzentrum nichts zu spüren. Die Plätze sind super in Schuss, mit Flutlicht ausgestattet und werden auch fast ausschließlich nur von den Frauenteams genutzt. Beeindruckend war außerdem das äußerst herzliche Miteinander aller Mitarbeiter und sonstiger Personen, die sich während unseres Besuchs im Zentrum aufhielten. Eine sehr positive Atmosphäre!

Zu Besuch bei den TSG 1899 Hoffenheim Frauen in St. Leon-Rot - v. l. n. r. Emmylou Gollnick, Pierre Schramm, Sarah Böser, Stefanie Kunzelnick, Ralf Zwanziger.

Zu Besuch bei den TSG 1899 Hoffenheim Frauen in St. Leon-Rot – v. l. n. r. Emmylou Gollnick, Pierre Schramm, Sarah Böser, Stefanie Kunzelnick, Ralf Zwanziger.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Wie ist Ralf Zwanziger?

Pierre Schramm: Er ist ein guter Typ. Sehr sympathisch und offen. Ich kenne seinen Vater und hatte selbstverständlich vor unserem Kennenlernen ein gewisses Bild in meinem Kopf. Und ja, auch Ralf Zwanziger ist ein Mensch, der sich voll und ganz für die Sache einsetzt – einsetzt für das Frauenfußball-Förderzentrum der TSG 1899 Hoffenheim, für jede einzelne seiner 170 Spielerinnen und für den Verein „Anpfiff ins Leben“.

Frauenfußball-Förderzentrum: Ein engagiertes Team und erfolgreiche Arbeit

Er hat sich für das Treffen mit uns viel Zeit genommen, um uns alles zu zeigen und um uns die Arbeit des Frauenfußball-Förderzentrums zu erklären und zu vermitteln. Er ist ein absoluter Experte des Frauenfußballs. Und er geht auch unkonventionelle Wege, vor denen so manch anderer zurückschrecken würde. Ich schätze ihn als einen „Mann der ruhigen Hand“, einer, der trotz seiner öffentlichen Wahrnehmung auf dem Boden geblieben ist. Der konsequent und mit viel Bedacht die sportlichen Geschicke seiner Mädchen- und Frauenmannschaften vorantreibt und dennoch finanziellen, sportlichen und menschlichen Grenzen des Möglichen kennt, achtet und respektiert. Natürlich ist so eine erfolgreiche Arbeit nicht alleine zu stemmen – hinter dem engagierten Team des Frauenfußball-Förderzentrums stehen neben Ralf Zwanziger 6 hauptamtliche Mitarbeiter sowie über 20 ehrenamtlich tätige Trainer bzw. 15 Lehrkräfte.

Nachhaltigkeit im Fußball (NIF): Was ist das Besondere an der Arbeitsweise des „Anpfiff ins Leben“- Frauenfußball-Förderzentrums?

Emmylou Gollnick: Kurz auf den Punkt gebracht: Dem Mädchen- und Frauenfußball und den Spielerinnen wird dort der Respekt entgegengebracht, der ihm und ihnen gebührt! Mädchen, die eine Profikarriere anstreben, werden dort genauso gefördert wie die Jungs in den anderen Zentren des Vereins. Aber auch Mädchen/ Frauen, die den Sprung in die erste oder zweite Liga nicht schaffen, werden nicht hängengelassen, sondern mit allen Mitteln unterstützt, damit sie schulisch bzw. beruflich durchstarten können.