Der Greenpeace Bundesliga Sponsoren Öko-Check
Greenpeace UK Office - © Rob Purdie
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Das war die Greenpeace-Magazin-Tabelle 2013/2014

Die Umweltorganisation Greenpeace unterzieht die Hauptsponsoren der Bundesligavereine seit 2011 regelmäßig dem Öko-Check. In der aktuellen vierten Auflage der Greenpeace Bundesligatabelle der abgelaufenen Spielzeit 2013/2014 gab es im Vergleich zu den Vorjahren einige durchaus positive Überraschungen. Dennoch fällt das Fazit der Umweltaktivisten alles in allem tendenziell ernüchternd aus: „wirklich ökologisch vorbildlich ist keiner der Bundesligasponsoren“. Zudem haben sich 2013/2014 mit Suntech und Sunpower die beiden letzten Sponsorenvertreter der Green Economy aus der Bundeliga verabschiedet – die Krise in der Solarindustrie hinterlässt auch im Fußball ihre Spuren.

Greenpeace-Magazin-Tabelle 2013/2014

Greenpeace Bundesliga Sponsoren Öko-Check 2013/2014 – © Greenpeace

Beim Greenpeace Bundesliga-Öko-Check fallen vor allem deutliche Unterschiede zwischen der sportlichen Leistung (Platzierung am Saisonende) der Vereine und der Öko-Check-Bilanz derer Sponsoren auf. In dieser Spielzeit außer Konkurrenz spielte Bayer 04 Leverkusen, da der Verein zum Zeitpunkt der Erstellung des Rankings noch keinen neuen Hauptsponsor präsentiert hatte.

Beim FC Bayern München lief hingegen erwartungsgemäß auch in Sachen Öko-Check wie gewohnt alles nach Plan. Mit dem Partner Deutsche Telekom an der Seite hat der Deutsche Rekordmeister auch im Greenpeace Öko-Check zu überzeugen gewusst und konnte die Deutsche Öko-Meisterschaft souverän für sich entscheiden. Für den Ligakonkurrent Nummer 1, die Borussia aus Dortmund, reichte es mit dem Chemieriesen Evonik (der erst kürzlich mit einem Investment von 350 Mio. Euro beim Bayern-Verfolger eingestiegen ist) am Ende noch gerade noch so für einen sicheren Platz im (unteren) Mittelfeld der Tabelle.

Den Vizemeister stellte der FSV Mainz 05, der mit dem, inzwischen echten Ökostromanbieter Entega, richtig Strom zu geben wusste. Direkt für die Öko-Champions League Teilnahme hatten sich das Berliner Hauptstadt-Duo Hertha BSC und die Deutschen Bahn qualifiziert und die TSG Hoffenheim durfte mit ihrem Hauptsponsor SAP in die Öko Relegation um die Champions League Qualifikation mitspielen.

Wäre es nach dem Öko-Check Urteil der Greenpeace Tester gegangen so würde die Eintracht aus Braunschweig noch immer mit ihrem Sponsor SEAT erstklassig spielen. Die Euroleague-Teilnahme knapp verpasst hatten hingegen das Team aus VFL Wolfsburg und dessen Konzernmutter Volkswagen sowie der Zuckerbomben-Hersteller Ehrmann auf den Trikots des Sport Clubs aus Freiburg.

Überdurchschnittlich laut, aber (ökologisch) weitaus weniger gefährlich als es die Marke es vielleicht hätte vermuten lassen, landete die Frankfurter Eintracht mit dem italienischen Autobauer Alfa Romeo nahezu exakt dort, wo sie sich auch in der Liga in der Regel aufhält – auf Platz 9 im Bundesliga-Niemandsland.

Auf Platz 10 der FC Augsburg im EMAS zertifizierten Stadion und dem Wohnmobil-Weltmarktführer AL-KO. Ebenfalls im Mittelfeld auf Platz 11 – Hannover 96 und der Reisegigant TUI. Auf Platz 12 wird es schwäbisch. Hier rangierte der VFB Stuttgart, dessen Stern mit dem CO2-Ziele-Verweigerer Mercedes-Benz weder sportlich noch ökologisch in dieser Spielzeit so recht glänzen wollte.

Auf der 14 dann der Fastabsteiger der abgelaufenen Spielzeit, der HSV, mit dessen Hauptsponsor Emirates. Greenpeace zitiert Emirates mit den Worten: „Viel grünes Blabla, nichts dahinter“. Auf der Website der Airline gibt „Seine Hoheit, Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum,“ höchstpersönlich „eine Erklärung zum Problem der Nachhaltigkeit beim Umweltschutz für die Emirates Group ab“. Ein Satz, den man sich durchaus mehrmals auf der Zuge zergehen lassen kann „zum Problem der Nachhaltigkeit“ …

Wie im echten Leben, so hatte es der SV Werder Bremen auch im Öko-Check auf den rettenden Platz 15 gebracht. Der Geflügelmäster Wiesenhof mochte dennoch nicht so recht zum durchaus engagierten sozialen und ökologischen „Werder bewegt“-Image der Vereins passen.

Anders als im echten Leben, rettete sich das Gespann aus 1. FC Nürnberg und dem in Bangladesh produzierenden Textilhersteller NKD, beim Greenpeace Öko-Check noch auf den Relegationsplatz, der für die vom Abstieg bedrohten Franken das Überleben und den Verbleib in der Bundesliga hätte bedeuten können.

Auf den Abstiegsplätzen der Greenpeace Bundesliga Tabelle rangierten der FC Schalke 04 mit dem stets in der Kritik stehenden Roman Abramovich Öl- und Gasförderer Gazprom sowie die Borussia aus Mönchengladbach mit ihrem Sponsor der Deutschen Bank Tochter Postbank, der man nachsagt, indirekt mit Atomstrom und Kohle sowie mit Firmen, die Panzer in Krisengebiete liefern und Nuklearwaffen bauen Geschäfte zu machen.

Die Greenpeace-Magazin Bundesliga-Tabelle 2014/2015

Save the date: Die nächste Greenpeace Öko-Check Tabelle erscheint voraussichtlich Mitte August im Greenpeace Magazin 5.14.

Weiterführende Links zum Greenpeace Bundesliga Sponsoren Öko-Check: