Share with your friends









Submit

Die Umweltkampagne GREEN GOAL ™ – Ein Rückblick

Wir schreiben das Jahr 2011. Die FIFA Frauen-WM 2011 ™ sollte ein ambitioniertes Umweltkonzept erhalten, welches alle bisherigen Ansätze übertreffen sollte.

Die Vorlage gab das erste GREEN GOAL ™ Umweltkonzept anlässlich der FIFA Fußballweltmeisterschaft der Männer 2006 ™ in Deutschland. Die Initiative entstand aus der grundsätzlichen Überlegung heraus, dass man die Umweltbelastungen, die durch die insgesamt 64 auszutragenden Spiele unweigerlich entstehen würden, kompensieren sollte. Bei geschätzten 3,2 Millionen Zuschauern standen insbesondere die folgenden Probleme im Blickpunkt: ein extrem hohes Verkehrsaufkommen, massiver zusätzlicher Energieverbrauch und die Notwendigkeit der Bewältigung eines enormen Abfallaufkommens.

Vor diesem Hintergrund beauftragte das Organisationskomitee der WM 2006 ™ das Öko-Institut in Berlin mit einem ersten Umweltkonzept. Da sich die Zusammenarbeit als überaus erfolgreich herausstellte, wurde für die Frauen WM 2011 ™ ein umfassenderes Umweltkonzept mit dem Namen GREEN GOAL 2011 ™ erstellt. Federführend waren hier neben dem Organisationskomitee unter der Leitung von Steffi Jones das Öko-Institut Berlin und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Unter der persönlichen Mitwirkung des damaligen Präsidenten, Dr. Theo Zwanziger, hat der DFB ™ die Kooperation entscheidend forciert. Die FIFA ™ begleitete das Konzept in ideeller und finanzieller Hinsicht. Für Umweltmaßnahmen wurden im Vorfeld der WM Investitionen von über 700.000 Euro getätigt. Maßgeblich beteiligt bei der Umsetzung des Konzeptes vor Ort waren die Stadienbetreiber. Viele Neu- und Umbauten und die Ausweisung so manch eines Stadions zum Ökoprofitstadion fielen in diesen Zeitraum.

Das Umweltprogramm Ökoprofit ist ein Umweltmanagementsystem, welches 1991 zunächst für Kommunen und Unternehmen entwickelt wurde. Ziel war und ist die Schonung natürlicher Ressourcen und die Senkung von Emissionen, im Idealfall bei gleichzeitiger betrieblicher Kostensenkung. Eine Auswertung hat ergeben, dass sich 80 Prozent der Sparmaßnahmen bereits binnen weniger Jahre auch finanziell rentieren werden. Bis auf das Stadion Bochum, das aus baulich bedingten Zeitproblemen nicht mitwirken konnte, folgten die WM-Stadien in Augsburg, Berlin, Dresden, Frankfurt, Leverkusen, Mönchengladbach, Sinsheim und Wolfsburg der Einladung zur Zertifizierung nach Ökoprofit.

In der Kooperation dieser Ökoprofit-Stadien und der Kampagne GREEN GOAL ™ entstand ein wechselseitiger Effekt: Zunächst unterstützte GREEN GOAL ™ die Stadien bei der Einführung eines Umweltmanagementsystems, umgekehrt unterstützten wiederum die Stadien durch die Einführung von Ökoprofit die Umweltkampagne GREEN GOAL ™ nachhaltig.

Die FIFA Frauen-WM ™: Maßnahmen im Rahmen der GREEN GOAL 2011 ™

Die Umweltkampagne GREEN GOAL 2011 ™ umfasste insbesondere die fünf umweltrelevanten Kernbereiche Mobilität, Abfall, Catering, Energie und Wasser. Von großer Bedeutung war darüber hinaus auch die Öffentlichkeitsarbeit, womit eine entsprechende Außendarstellung und die Sensibilisierung der Stadionbesucher von vorn herein Bestandteil der Kampagne war.

Mobilität

Der Anteil an Treibhausgasemissionen durch die An-und Abreise der Zuschauer sollte durch Zusatzangebote der Bahn, Kombitickets und gutem ÖPNV möglichst reduziert werden. Zwar kam trotzdem der größte Teil der Besucher mit dem Pkw zu den Spielen, allerdings war zumindest die durchschnittliche Auslastung der Fahrzeuge relativ hoch.

Dort wo Treibhausgasemissionen nicht verhindert oder eingeschränkt werden konnten, wurden Kompensationen durchgeführt. Dies geschah, indem man in Klimaschutzprojekte in den Entwicklungsländern investierte. DFB ™ und FIFA ™ errechneten hierfür einen Betrag von 600.000 Euro, mit dem in Entwicklungsländern durch entsprechende Projekte 40.000 Tonnen des Klimagases Kohlendioxid vermieden werden konnten.

Abfall

Bei der Abfallvermeidung wurde ein großes Augenmerk auf Mehrwegbecher für die Getränke in allen Bereichen der Stadien gelegt. Die Becher wurden zu einem großen Teil nicht bedruckt und konnten somit bei anderen Veranstaltungen erneut genutzt werden.

Catering

In jedem Stadion sollte zumindest ein Produkt in Bio-Qualität angeboten werden. Diese Produkte wurden von den Besuchern ausgesprochen gut angenommen.

Energie

Die Versorgung der Stadien erfolgte überwiegend mit regenerativ erzeugter Energie(zertifizierter Öko-Strom). Hohe Einsparpotenziale ergaben sich in einigen Stadien durch eine Reduzierung der Transformatorspannung. Der Bau stadioneigener Solaranlagen erhöhte die umweltschonende Energiegewinnung ebenso wie der verstärkte Einsatz von LED-Leuchten in den verschiedensten Bereichen. Durch Ökoprofit wurden darüber hinaus viele weitere Einsparpotenziale aufgedeckt und erschlossen.

Wasser

Die Nutzung von Regenwasser oder die Rückführung von Regenwasser in den natürlichen Kreislauf wurde von einigen Stadien umgesetzt. Ein besseres Management und gezielte Umbaumaßnahmen zur Verringerung des Wasserverbrauchs (etwa wasserlose Urinale) konnten umgesetzt werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Die Kommunikation und die daraus resultierende Sensibilisierung zur Kampagne GREEN GOAL ™ wurde intensiv betrieben. Die Information über den Umweltschutz erfolgte vor allem über Print- und Onlinemedien sowie Plakate und Aufkleber in den Stadien.

Von Anfang an war den Beteiligten klar, dass nur ein starkes Team den Erfolg der Kampagne gewährleisten kann. Daher arbeiteten das Organisationskomitee und der DFB ™ bei GREEN GOAL ™ eng mit den Partnern FIFA ™, Host Cities, den Stadien und den Sponsoren zusammen. Ein wichtiger Baustein war in diesem Zusammenhang ein speziell eingerichteter Umweltbeirat. In diesem waren viele prominente Mitglieder vertreten, wie zum Beispiel Claudia Roth, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Eberhard Brandes (Geschäftsführer des WWF Deutschland ™). Durch diese Persönlichkeiten erfuhr die Kampagne noch mal eine besondere Wertigkeit.

Weiterführende Links zum Thema GREEN GOAL ™

 

Rechtshinweis:

Die in diesem Artikel genannten Namen von Fußballvereinen, Fußballverbänden, Organisationen, Unternehmen und Fußballprofis sind geschützte Marken des jeweiligen Rechteinhabers. Sie sind explizit mit dem Hinweis ™ (Trademark) gekennzeichnet. Die Verwendung dieser Trademarks erfolgt im Rahmen dieses Artikels ausschließlich zu redaktionellen Zwecken.