Der Kampf um den FIFA-Thron wird schmutziger
Wird Joseph Blatter Fifa-Präsident bleiben? © Foto: kojoku / shutterstock.com
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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter schickt klare Kampfansagen an seine europäischen Kritiker.

Seine Mission sei längst nicht vorbei, daran wird auch die UEFA kaum etwas ändern können – es klingt wie eine Drohung.

Von Jan Mies

Frankfurt am Main (SID) Der Wahlkampf um das höchste Amt im Weltfußball wird schmutziger: Kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist hat FIFA-Präsident Joseph S. Blatter seine Kritiker aus Europa per Handstreich abgekanzelt. “Sie haben nicht den Mut, selbst einzusteigen”, sagte der 78-Jährige im Interview mit CNN in Richtung der UEFA. Die Wiederwahl des Schweizers in dessen dann fünfte Amtszeit ist deshalb so gut wie beschlossen, und Blatter weiß das.
“Ich habe immer noch meine Überzeugung und muss sagen, dass ich meine Mission noch nicht erfüllt habe. Wir haben 2011 den Reformprozess begonnen, er ist noch nicht vorbei”, sagte der FIFA-Boss: “Ich möchte weitere vier Jahre haben, um ihn zu beenden und zu beweisen, dass Fußball mehr als ein Spiel ist.” Derzeit steckt der Weltverband zwar immer noch in nicht weniger als der größten Glaubwürdigkeitskrise des 110-jährigen Bestehens – die Kritik ficht Blatter aber kaum an.

“Sie wollen mich loswerden. Die gesamte Opposition kommt, das muss man leider so sagen, aus Nyon von der UEFA”, sagte der Schweizer. Ein eigener Gegenkandidat wurde dort aber bislang nicht aufgestellt. Die Predigt vom Neuanfang ohne Blatter kommt von anderen – zugehört wurde offensichtlich aber nur in den wenigsten der 209 FIFA-Mitgliedsverbänden: Von den bislang vier Herausforderern könnten drei schon an den Statuten scheitern.

Dem jordanischen FIFA-Vizepräsidenten Prinz Ali Bin Al Hussein, dem Franzosen Jérôme Champagne, David Ginola (Ex-Weltstar aus Frankreich) und dem niederländischen Spielerberater Mino Raiola fehlt die Lobby, um Blatter wirklich gefährlich werden zu können. “Blatter wird wiedergewählt, da können sich England und Deutschland auf den Kopf stellen”, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge dem kicker: “Solange der kandidiert, gewinnt er. Seine Hausmacht ist zu groß, die große Mehrheit wird ihn wählen.”

Ein sicherer Kandidat für den offiziellen Wahlkampf ist ohnehin nur Prinz Ali, ein Freund von UEFA-Präsident Michel Platini. Bis zum 29. Januar (24.00 Uhr) müssen alle Kandidaten fünf Empfehlungsschreiben, unterschrieben von den jeweiligen Verbandsspitzen, vorweisen. Champagne, früher mal ein Blatter-Kumpane, hat schon eingeräumt, wie schwer das ist.

Der frühere FIFA-Funktionär, sein Wahlprogramm heißt “Hoffnung für den Fußball”, sprach von einer Negativ-Stimmung, von der “Befürchtung, dass der Wahlausgang bereits feststeht”. Und dass es deshalb “riskant” wäre, einen Blatter-Gegner offen zu unterstützen. Aus Europa scheint dieses Risiko von vornherein vermieden zu werden.

Nach der Absage von UEFA-Boss Platini (“Nur ich könnte Blatter schlagen”) im Sommer hat kein europäischer Funktionär seinen Hut in den Ring geworfen. Die Blatter-Gegner aus Europa unterstützen lieber hinter vorgehaltener Hand den jordanischen Prinzen, um Opposition ohne eigenen Kandidaten spielen zu können. Auch, weil längst nicht alle UEFA-Verbände am 29. Mai gegen den Amtsinhaber aus der Schweiz stimmen werden.

“Ich wurde von den nationalen Verbänden gebeten, noch einmal anzutreten – also werde ich es machen”, sagte Blatter, der die Kandidatenliste für den 7. oder 8. Februar ankündigte: “Lasst mich weitermachen – und seid respektvoll.” Der bei der Wahl 79-Jährige schwingt das FIFA-Zepter seit 1998. “Ich weiß, dass es unmöglich ist, jeden glücklich zu machen”, sagte er: “Fußball ist ein Teamsport – also lade ich die UEFA ein, insbesondere die UEFA-Führungsriege, die mich so bitterlich attackiert: Macht mit!” Es klingt wie eine Drohung.

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Blatter greift UEFA an: “Sie wollen mich loswerden”

Zürich, 26. Januar (SID) – Amtsinhaber Joseph S. Blatter hat im Präsidentschafts-Wahlkampf des Fußball-Weltverbandes FIFA Europas Dachverband UEFA ins Visier genommen. “Sie wollen mich loswerden. Die gesamte Opposition kommt, das muss man leider so sagen, aus Nyon von der UEFA. Sie haben nicht den Mut, selbst einzusteigen”, sagte der 78-Jährige im Interview mit CNN und betonte, dass er sich nicht kampflos geschlagen geben werde.

“Ich muss sagen, dass ich meine Mission noch nicht erfüllt habe. Wir haben 2011 den Reformprozess begonnen, er ist noch nicht vorbei. Ich möchte weitere vier Jahre haben, um ihn zu beenden und zu beweisen, dass Fußball mehr als ein Spiel ist”, sagte der Schweizer. Die Kandidatenliste für das höchste FIFA-Amt solle am 7. oder 8. Februar veröffentlicht werden, so Blatter.

Auf CNN-Anfrage wollte ein UEFA-Sprecher die Äußerungen Blatters zunächst nicht kommentieren. Präsident Michel Platini werde sich aber nach dem Treffen des Exekutivkomitees am Montag zur UEFA-Position hinsichtlich der FIFA-Wahl äußern.

Neben Blatter haben der jordanische FIFA-Vizepräsident und Nationalverbands-Chef Prinz Ali Bin Al Hussein, der frühere FIFA-Funktionär Jerome Champagne (Frankreich), der französische Ex-Nationalspieler David Ginola und der niederländische Spielerberater Mino Raiola Interessee an einer Kandidatur für die Wahl am 29. Mai in Zürich angemeldet.

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