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“Image der FIFA verbessern – der Fußball verdient Besseres”

Aber auch Ex-Weltfußballer nicht mit realistischen Chancen


Von Jan Mies und Alexander Sarter

Frankfurt/Main, 28. Januar (SID) – Das Rennen um den Chefposten in der FIFA entwickelt sich immer mehr zu einer Lachnummer. Am Donnerstag endet die Bewerbungsfrist, doch der einzige Anwärter mit Siegchancen ist Amtsinhaber Joseph S. Blatter. Nun will auch Luis Figo FIFA-Chef werden.

Viele wollen, wenige dürfen, aber nicht mal Luis Figo hat eine realistische Chance: Auch die überraschende Kandidatur des früheren Weltfußballers am Mittwoch wird die Wahl des wichtigsten Manns im Weltfußball kaum beeinflussen.

Blatter nun mit mindestens drei Gegenkandidaten

Auf dem Papier muss sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter nach dem Ende der Bewerbungsfrist am Donnerstag (24.00 Uhr) bei der Wahl am 29. Mai zwar nun mindestens drei Gegenkandidaten stellen – wirklich herausfordern können den bald 79 Jahre alten Schweizer aber weder der 42 Jahre alte ehemalige portugiesische Weltstar noch der Niederländer Michael van Praag oder Prinz Ali bin Al Hussein aus Jordanien.

“Wir müssen das Image der FIFA verbessern”, forderte Figo bei CNN: “Der Fußball verdient Besseres.” Der einstige Superstar der spanischen Topklubs FC Barcelona und Real Madrid hat laut eigener Aussage bereits die fünf nötigen Empfehlungsschreiben beisammen.

Die Hausmacht Blatters (“Lasst mich weitermachen, ich wurde von vielen Verbänden darum gebeten”) ist aber trotz der enormen Glaubwürdigkeitskrise wegen der WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 ungebrochen. In Asien, Afrika, Südamerika, Mittelamerika, der Karibik und Ozeanien genießt der FIFA-Boss höchstes Ansehen, das er auch großzügigen Auszahlungen vom prall gefüllten Konto des Weltverbandes zu verdanken hat.

Opposition Blatters wohl auch mit Figo zu schwach

Der Großteil der 209 Mitgliedsverbände ist hochzufrieden, selbst die im ersten Wahlgang nötige Zweidrittel-Mehrheit ist nicht unwahrscheinlich (danach reicht die einfache Mehrheit). Die Opposition aus Europa und Nordamerika ist einfach zu schwach. Wohl auch mit Figo.

“Ich habe gehofft, dass sich aus Kreisen der UEFA noch weitere seriöse Kandidaten zur Wahl stellen, um bei der FIFA aufzuräumen und die Organisation zu normalisieren. Doch das ist leider nicht passiert”, sagte van Praag, Mitglied im Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA). Es klingt wie ein Eingeständnis: Keiner wollte, aber einer muss – echte Opposition sieht anders aus.

Der 67 Jahre alte Präsident des niederländischen Verbandes KNVB ist ein sicherer Kandidat, weil auch er am Stichtag die fünf Schreiben liefern wird. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (64) bestätigte das, er gab sogar an, die unterzeichnenden europäischen Verbände zu kennen.

Veröffentlichung der offiziellen Kandidatenliste Anfang Februar

“Er ist eine absolut integre Persönlichkeit mit einer hohen Glaubwürdigkeit”, sagte Niersbach: “Er sieht seine Aufgabe darin, vor allem das Image (der FIFA, d. Red.) wieder positiver zu gestalten und die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen.” Die Chancen des Niederländers kommentierte der DFB-Boss aber nicht. Die offizielle Liste will die FIFA am 7. oder 8. Februar veröffentlichen.

Bekannt ist die Kandidatur Prinz Alis, FIFA-Vize und Chef seines Heimatverbandes. Der 39-Jährige ist gut vernetzt, UEFA-Präsident Michel Platini gilt als guter Bekannter des Adligen. Er sei ein “seriös wirkender, ernsthafter Kandidat”, berichtete Niersbach nach einem gemeinsamen Abendessen in Genf.

Asiatische Fußballbosse wollen Blatter Treue schwören

Allerdings hatten die Bosse der asiatischen Konföderation AFC früh angedeutet, Amtsinhaber Blatter die Treue schwören zu wollen. Es geht um die eigene Machtsicherung, im Weltfußball wäscht eine Hand die andere. Der jordanische Prinz will Veränderungen, die vielen altgedienten Funktionären den Job kosten könnten.

Vom Neuanfang ohne Blatter, dafür mit Transparenz und Glaubwürdigkeit, spricht der Franzose Jérôme Champagne seit über einem Jahr. Unermüdlich. Dennoch könnte der 56-Jährige an den neuen FIFA-Statuten scheitern – die fünf Unterschriften hatte er in der vergangenen Woche noch immer nicht zusammen. Trotz des enormen Wahlkampfes.

Auf den hatte der frühere Weltstar David Ginola (48) direkt verzichtet. Die Bemühungen des Franzosen scheinen eher ein PR-Gag des dafür bekannten Wettanbieters (Paddy Power). Was Figo motiviert, bleibt abzuwarten. Blatter wird angesichts der Show müde gelächelt haben.

Am Ende alles beim Alten – bei Blatter?

So werden von mindestens fünf Bewerbern – der Spielerberater Mino Raiola zog sich wieder zurück – nicht alle im verlorenen Rennen bleiben. Das reicht höchstens, um Blatter noch ein wenig mit den Skandalen zu kitzeln. Vielleicht fordert bald auch der Europarat geschlossen die Neuvergabe der Endrunden in drei und sieben Jahren. Am Ende aber wird alles beim Alten bleiben. Bei Blatter.

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