Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees
WM 2022 in Katar © Philip Lange / Shutterstock.com
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Fünf Fragen und Antworten

Zürich, 18. März (SID) – WAS STEHT AN?

Die 25 Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees, der “Regierung des Weltfußballs”, tagen am Donnerstag und Freitag in Zürich. Es geht vor allem um den exakten Termin der Winter-WM 2022 in Katar. Am Freitag wird Präsident Joseph S. Blatter aller Voraussicht nach das genaue Datum verkünden. Zudem werden unter anderem die Ausrichter der Frauen-WM 2019 (Frankreich oder Südkorea) und Klub-WM 2017/18, die Beteiligung der Klubs am Gewinn der Weltmeisterschaft sowie der Umgang mit der Dreifachbestrafung bestimmt. Auch die Menschenrechtslage in Katar und die WM 2018 in Russland spielen eine Rolle.

STEHT DER TERMIN FÜR 2022 NICHT SCHON FEST?

Jein. Die Verlegung in den November/Dezember war durch den entsprechenden Vorschlag der Terminfindungskommission beschlossene Sache. Im Gespräch war aber auch ein Endspiel am Tag vor Heiligabend (Freitag). Der vierte Advent passt aber besser – zum einen der christlichen Welt, für die Weihnachten (ein bisschen) gerettet ist, und zum anderen dem Wüstenemirat, das am 18. Dezember den Nationalfeiertag zelebriert.

WELCHE AUSWIRKUNGEN WIRD DIE WINTER-WM 2022 HABEN?

Das ist kaum abzuschätzen. Fest steht: Der Fußball-Kalender wird völlig anders aussehen als bei den 21 (!) Endrunden zuvor. Die Ligen müssen den Spielbetrieb spätestens ab Anfang November unterbrechen, weitergehen kann es erst irgendwann im Januar. Es wird mehr englische Woche geben müssen. Einziger “Vorteil”: Weil die WM in den bisherigen Liga-Rhythmus passt, brauchen die in Europa spielenden Nationalspieler keine Regeneration im Vorfeld, sie gehen topfit in die WM.

WAS KOSTET DAS ALLES?

Viel, vielleicht zu viel. Aber so genau weiß das keiner. Die Ligen aus Europa forderten reflexartig schon einmal mehr Geld, weil sie befürchten, wertvolle TV-Gelder zu verlieren. Die Macher werden sich aber mit Sicherheit einige schlaue Lösungen einfallen lassen, mit denen die zerstückelte Saison, die auf jeden Fall historisch ist, doch noch wertvoll wird. Zwei Jahre zuvor findet die paneuropäische EURO 2020 mit einem Final-Four-Turnier im Wembley-Stadion statt. Eine Idee für die Champions League 2022?

WAS IST EIGENTLICH MIT DEN KORRUPTIONSVORWÜRFEN?

Die sind im Sande verlaufen. Die Ermittlungen des früheren Chefermittlers Michael Garcia (USA) wurden zweimal sorgfältig geprüft (übrigens von zwei Deutschen) – das Material reicht einfach nicht für einen WM-Entzug. Und die vagen Hoffnungen, die 2010 unterlegenen Bewerber könnten wegen der Verlegung in den Winter klagen, sind juristisch wohl unbegründet. Katar hätte die WM auch im Sommer ausgerichtet, verlegt wird das Turnier, weil die FIFA das so will.

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