Erneuerbare-Energien Ranking – Werder Bremen Meister
Signal Iduna Park - BVB Bosrussia Dortung I © Dominik Morbitzer
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Die Erneuerbare-Energien Bundesliga-Tabelle 2015 der Grünen Bundestagsfraktion

Einen Tag vor der Meisterfeier des FC Bayern München kürt der Grünen-Abgeordnete Oliver Krischer, Vize-Fraktionschef im Bundestag, den SV Werder Bremen zum Deutschen Meister in der aktuellen Erneuerbare-Energien Bundesliga-Tabelle 2015.

Während in der Liga sportlich im Rennen um die Champions League Plätze schon alle klar ist, kämpfen im unteren Tabellendrittel noch immer 6 Vereine um den Klassenerhalt – es verspricht eines der spannendsten Bundesliga-Finale der vergangenen Jahre zu werden.

Beim Erneuerbare-Energien Ranking ist die Lage hingegen ganz eindeutig – wer spielt oben mit und für wen reicht es in Sachen Erneuerbare-Energien mitunter nicht mal für die Zweitklassigkeit? Dabei stellt diese Bundesliga-Tabelle der etwas anderen Art die sportliche Realität weitestgehend auf den Kopf und belegt, dass Geld nicht nur „keine Tore schießt“ sondern auch kein Indiz dafür ist, außerordentliches Engagement und Spitzenleistungen in Sachen Klimaschutz zu erbringen. Anders ließe es sich nicht erklären, dass der solvente und sportlich verwöhnte FC Bayern München in dieser Disziplin nicht über Mittelmaß hinaus kommt.

Ein einsamer Spitzenreiter, und viel Mittelmaß

Mit dem SV Werder Bremen und dem VfB Stuttgart wird das Öko-Ranking von zwei Vereinen angeführt, die sich in den letzten Jahren weder über außerordentliche sportliche Erfolge noch über besonders hohe Wirtschaftskraft hätten für den Titel Deutscher Meister bzw. Vizemeister empfehlen können. Doch in Sachen Erneuerbare-Energien und Ökostrom sind beide Vereine auf Champions League Kurs, der Vfb Stuttgart dicht gefolgt von der drittplatzierten TSG 1899 Hoffenheim. Auffällig ist, das der SV Werder Bremen seinem Verfolgerfeld bei dieser Bewertung um Längen voraus ist.

Borussia Dortmund, schon seit längerem mit dem Kooperationspartner Lichtblick in Sachen Öko-Strom für BVB-Fans aktiv und bekannt (Strom09) ist ebenso wie Mainz 05 (mit dem Öko-Strom Partner Entega) und dem (Wahrscheinlichabsteiger) SC Paderborn auf Euroleague-Kurs.

Danach beginnt das Mittelfeld, dass vom SC Freiburg (Platz 7) angeführt wird und nicht einmal die Hälfte der Punktzahl des SV Werder Bremen erreicht. Ab hier haben sämtliche Vereine grundsätzlich noch einiges an Hausaufgaben zu absolvieren und Aufbauarbeit zu leisten um auch in Sachen Erneuerbare-Energien, Energieeffizienz und Ökostrom erstklassig zu werden.

Insbesondere der erfolgsverwöhnte und ansonsten vor Professionalität glänzende FC Bayern München schafft es in dieser Disziplin nicht über einen bescheidenen 11. Platz hinaus. Und auch der Vfl Wolfsburg, der ja ansonsten für seine herausragende und professionelle Nachhaltigkeitsarbeit bekannt ist, enttäuscht in diesem energiegeladenen Wettbewerb (Platz 13).

Trotz ÖKOPROFIT-Zertifizierung schafft es auch die Wohnstube von Eintracht Frankfurt, die Commerzbank Arena, nicht über einen dürftigen Platz 14 hinaus. Absteiger in diesem Vergleich sind der Champions League-Aspirant Bayer 04 Leverkusen und das Martin Kind-Denkmal Hannover 96.

Alles in allem liegt also noch viel Arbeit vor den Verantwortlichen der Bundesligisten um in Sachen Nachhaltigkeit den eigenen Ansprüchen von Erstklassigkeit gerecht zu werden.

Erneuerbare-Energien Bundesligatabelle 2015

Erneuerbare-Energien Bundesligatabelle 2015 © Die Grünen / Oliver Krischer

Erhebung der Erneuerbare-Energien Bundesligatabelle

Zur Erhebung der Erneuerbare-Energien Bundesligatabelle wurden die 18 Bundesliga-clubs von den Machern des Rankings nach deren Nutzung von Erneuerbaren-Energien in den jeweiligen Vereinen befragt. Folgende Fragen wurden dabei an die Präsidenten und Vereinsvorsitzenden gestellt:

  • 1. Welche Erneuerbaren-Energien-Anlagen gibt es bei Ihnen im Verein zur Stromerzeugung für Ihre Sportstätten und anderen Vereinsgebäude und welche elektr. Leistung wird dadurch erzeugt?
  • 2. Wie viel Prozent des Strombedarfs deckt der Verein mit diesen Erneuerbaren-Energien-Anlagen am Gesamtstromverbrauch ab?
  • 3. Welche Verträge mit Ökostrom-Produzenten und Zulieferern existieren und welchen Ökostromanteil am Gesamtstromverbrauch hat der Verein damit?

So wurde bewertet

Als Grundlage dienten die Selbstauskünfte der Vereine als Antworten auf die oben gestellten Fragen. Fehlende Angaben der Vereine wurden, wenn möglich, mit Informationen der Initiative „Nachhaltigkeit im Fußball“ und dem jährlich erscheinenden „Bundesliga Umweltreport” ergänzt. Wo weder Verein noch alternative Quelle eine zu messende Information liefern konnten („k. A.“), wurden keine Punkte vergeben.

Erneuerbare-Energien Anlagen und KWK/ BHKW: 60%

Um dem tatsächlichen Betrieb und der Leistung von eigenen Erneuerbare-Energien Anlagen und KWK/ BHKW in der Tabellenwertung Priorität zu geben, wurde dieses Kriterium mit 60% gewichtet. Unterschieden wurde zwischen Photovoltaik-Anlagen und KWK/BHKW-Anlagen, welche zu je 60% bzw. 40% in die Gesamtpunktwertung dieses Kriteriums eingingen. Je nach Anlagenleistung, also erzeugten kWh/Jahr, wurden 18 bis 0 Punkte vergeben. Wenn keine kWh erzeugt wurden, weil keine Anlagen vorhanden sind, stand am Ende die 0 (Null).

Rechenbeispiel:

Der SV Werder Bremen erhält für seine PV-Anlage, welche 750.000-800.000 kWh pro Jahr liefert, 17 (von 18 möglichen) Punkten. Für eine KWK-Anlage, welche mit 303.500 kWh pro Jahr die ertragreichste der Bundesligisten ist, bekommt der Verein die höchstmögliche Punktzahl: 18 Punkte. Die 17 Punkte für die PV-Anlage wurden mit 60%, die 18 Punkte für KWK mit 40% bewertet, so einen Gesamtwert von 17,4 Punkten für den Bereich EE-Anlagen herauskam.

Effizienzanstrengungen: 20%

Insbesondere, um Anstrengungen der Clubs zur Einsparung von Strom und Ressourcenverbrauch zu würdigen, wurden Maßnahmen in diesem Bereich mit 20% in die Wertung mit einbezogen. Wurden in Teilbereichen Einsparung erzielt, vergaben die Macher des Rankings einen Punkt. Bei Umfassenden Maßnahmen, CO2-Neutralität und/ oder einem vorgewiesenen Umweltzertifikat wie ÖKOPROFIT oder ECOfit wurden 2 Punkte vergeben. Einen Club, bei dem mangels Einsparanstrengungen keinen Punkt zu vergeben gewesen wäre, gab es erfreulicherweise nicht.

Ökostrom: 20%

Da viele Clubs ihre erzeugten kWh direkt einspeisen und vergüten lassen, wurde auch nach dem Ursprung des eingekauften Stroms gefragt. Wurden die Clubs mit Strom aus 100% Erneuerbaren Energiequellen versorgt, gab es 2 Punkte. Bei anteiligem Ökostrom-Bezug einen Punkt, bei 0% Ökostrom bzw. fehlenden Angaben wurden keine Punkte vergeben. Auch dieses Kriterium wurde mit 20% gewichtet.

Legende und weiterführende Informationen

Was sind Erneuerbare-Energien

Als Erneuerbare-Energien oder regenerative Energien werden Energieträger bezeichnet, die im Rahmen des menschlichen Zeithorizonts praktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen oder sich verhältnismäßig schnell erneuern. Damit grenzen sie sich von fossilen Energiequellen ab, die sich erst über den Zeitraum von Millionen Jahren regenerieren.

Erneuerbare Energiequellen gelten, neben höherer Energieeffizienz, als wichtigste Säule einer nachhaltigen Energiepolitik und der Energiewende. Zu den Erneuerbaren Energien zählen Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie und Windenergie.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bzw. Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) ist die gleichzeitige Gewinnung von mechanischer Energie, die in der Regel unmittelbar in elektrischen Strom umgewandelt wird, und nutzbarer Wärme für Heizzwecke (Fernwärme oder Nahwärme) oder für Produktionsprozesse (Prozesswärme) in einem gemeinsamen thermodynamischen Prozess, üblicherweise in einem Heizkraftwerk.

Es ist somit die Auskopplung von Nutzwärme insbesondere bei der Stromerzeugung aus Brennstoffen. In den meisten Fällen stellen KWK-Kraftwerke Wärme für die Heizung öffentlicher und privater Gebäude bereit, oder sie versorgen als Industriekraftwerk Betriebe mit Prozesswärme (z. B. in der chemischen Industrie). Die Abgabe von ungenutzter Abwärme an die Umgebung wird dabei weitestgehend vermieden. Zunehmend an Bedeutung gewinnen kleinere KWK-Anlagen für die Versorgung von Gewerbebetrieben und Wohngebieten, bzw. einzelner Mehr- und sogar Einfamilienhäuser, sogenannte Blockheizkraftwerke (BHKW).

Vorteil der KWK ist der verringerte Brennstoffbedarf für die Strom- und Wärmebereitstellung, wodurch die Schadstoffemissionen stark reduziert werden. Die Förderung durch das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) und das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll den Ausbau beschleunigen.

Quelle: wikipedia.de

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) ist eine modular aufgebaute Anlage zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme, die vorzugsweise am Ort des Wärmeverbrauchs betrieben wird. Es kann auch Nutzwärme in ein Nahwärmenetz eingespeist werden. Sie nutzt dafür das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Als Antrieb für den Stromerzeuger können Verbrennungsmotoren, d. h. Diesel-, Pflanzenöl- oder Gasmotoren, aber auch Gasturbinen oder Stirlingmotoren verwendet werden.

Quelle: wikipedia.de

Photovoltaik-Anlagen (PV)

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Lichtenergie, meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie mittels Solarzellen. Seit 1958 wird sie in der Raumfahrt genutzt („Sonnensegel“). Inzwischen wird sie überwiegend auf der Erde zur Stromerzeugung eingesetzt und findet unter anderem Anwendung auf Dachflächen, bei Parkscheinautomaten, in Taschenrechnern, an Schallschutzwänden und auf Freiflächen.

Quelle: wikipedia.de